Das Projekt «Fernwärme» in Murten

Die Gemeinde Murten setzte sich im Rahmen der Ortsplanungsrevision bzw. der Energieplanung mit der Erstellung einer Fernwärmeheizung auseinander.
Fernwärmenetz - ein Rückblick

Ab 2009: Im Zusammenhang mit dem geplanten Ersatz der Heizungsanlage der Längmattschulhäuser wurde die Machbarkeit eines Fernwärmenetzes geprüft, welches neben den Schulbauten auch die Altstadt erschliessen sollte. Die Planung wurde in der Zwischenzeit zusammen mit den Industriellen Betrieben Murten (IB-Murten) durch ein beauftragtes Planungsbüro weitergeführt. Neu umfasste der Perimeter der Fernwärmeheizung ein grösseres Gebiet: zusätzlich zur Altstadt wurden die Bernstrasse, die Quartiere Bahnhof, Engelhard und Vissaula sowie Murten West inkl. Meyriez erschlossen, und für die Heizzentrale wurde ein neuer Standort vorgesehen. Das umsetzungsreife Projekt, das als Erweiterung des Leistungsauftrags durch die IB-murten realisiert werden sollte, wurde daher der gesamten Bevölkerung von Murten und Meyriez im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 12. Januar 2012 vorgestellt.

 

 

Der Generalrat von Murten genehmigte den Kredit für die Anschubfinanzierung von 2 Mio. CHF und die Anpassungen der Statuten an seiner Sitzung vom 15. Februar 2012 genehmigt.

 

 

Wärmeerzeugung

Primär wird mit einer Mischung aus Waldhackschnitzel und Altholzschnitzel geheizt. Für kleine Grundlasten, zur Spitzenlastabdeckung und als Reserve werden Gasheizkessel vorgesehen.

 

 

365 Tage
lokale Wärmelieferung.

Heizzentrale

Der Spatenstich zum Bau der Fernwärmeheizzentrale erfolgte am 15. Oktober 2014. Knapp ein Jahr später, im September 2015 wurde die Anlage bereits in Betrieb genommen und am 12. März 2016 schliesslich folgte das grosse Einweihungsfest für die ganze Bevölkerung.

Die Heizzentrale am Standort Irisweg 14 in Murten wird hauptsächlich mit Holz betrieben. Es werden 70% Holzhackschnitzel aus der Region und 30% Altholz verfeuert. Die Spitzenlasten werden mit einer Gasfeuerung abgedeckt. Ein weiterer Gasheizkessel dient der Betriebssicherheit (Notheizkessel).

 

 

Technische Angaben Endausbau

Gebäudegrundriss: 54.5 m x 27.3 m
Gebäudehöhe: 12 m
Holzheizkessel 1: 1.6 MW
Holzheizkessel 1: 3.2 MW
Gasheizkessel: 2 x 3.2 MW
Option BHKW: 216 kW (thermisch)
Holzsilo: 1‘965 m3
Warmwasserspeicher: 105‘000 Liter
Aussenwände aus 30 cm Stahlbeton
Betonrippendecke
Entlüftungsgitter = Schalldämmgitter

Leitungsnetz

Die Planung sieht vor, das Leitungsnetz in fünf Etappen zu bauen. Die genaue Reihenfolge der Erschliessungen und die abschliessende Leitungsführung ist abhängig von den definitiven Wärmebezügern (Wärmebezugsdichte und Anschlussdichte).
Unmittelbar nach der Fasnacht 2015 wurden die Bauarbeiten in und vor der Altstadt wieder aufgenommen.

In der Altstadt wird vorerst vom Schloss bis Höhe Hotel Murtenhof-Krone die Fernleitung verlegt. Danach erfolgt der Zusammenschluss der fehlenden Leitung in der Rathausgasse. Hier wird von der Kreuzgasse her gebaut, weil in diesem Bereich die Gemeinde das Abwassersystem saniert (Bau von unten nach oben). Nach dem Zusammenschluss wird die Fernleitung von der Heizzentrale bis zum Schulhaus Längmatt durchgehend erbaut sein.

Eine weitere Baustelle besteht beim Berntorschulhaus. Hier wird die Fernleitung in Richtung Kreisel Viehmarkt und weiter durch die Bernstrasse bis zum Ende der St. Moritzstrasse gebaut.

Weitere Bauaktivitäten für die Fernleitung erfolgen in der Freiburgstrasse, Ryf oder bei der Heizzentrale am Irisweg.