Weitere Informationen über die Verfärbung des Trinkwassers
Mittwoch, 28.12.11:
Information betreffend Verfärbung des Trinkwassers
Am 5. Dezember 2011, ca. um 08:15 Uhr, erhielten die Industriellen Betriebe Murten (in der Folge IB-Murten genannt) einen ersten Telefonanruf eines Kunden, welcher eine verdächtige Verfärbung im Trinkwasser mitteilte. Bald folgten andere ähnliche Mitteilungen.
Um 09:00 Uhr wurde das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen/Kantonales Laboratorium (nachfolgend LSVW/KL genannt) über den Vorfall informiert und die Probenahmen für die Analysen organisiert. Die folgenden Massnahmen wurden mit diesem Amt abgesprochen und ab diesem Zeitpunkt stehen die IB-Murten laufend in Kontakt mit diesem Dienst des Kantons.
Als erstes wurden sensible Verbraucherstätten, wie Schulen, Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Krippen, und Einrichtungen, welche Lebensmittel für die Lagerhaltung produzieren, durch IB-Murten informiert, dass das Wasser vorerst nicht konsumiert werden soll. Sehr schnell konnte festgestellt werden, dass die Verfärbung von der Seewasseraufbereitungsanlage herkam und eine Besichtigung vor Ort bestätigte diese Annahme. Das Team, welches für den Wassernetzbetrieb zuständig ist, trennte diese Stelle vom Netz. Gleichzeitig wurden Restchlormessungen an verschiedenen Punkten im Verteilnetz vorgenommen. Die Werte der Messungen waren genügend. Auf Anfrage beim LSVW/KL, wurde als Vorsichtsmassnahme eine zusätzliche Chlorierung des Wassers vorgenommen. Um 11:00 Uhr konnten auf Grund der oben genannten Elemente die Einschränkungen des Wasserkonsums wieder aufgehoben werden.
Durch die getroffenen Sofortmassnahmen und der ersten Resultate der Analysen konnte ein bakteriologisches Risiko für die Gesundheit der Konsumenten ausgeschlossen werden und die Wiederherstellungsmassnahmen der Seewasseraufbereitungsanlage und des Trinkwassernetzes begannen. Das Netz wurde gespült, um das Wasser, welches aus der Seewasseraufbereitungsanlage stammte, zu entfernen. Um den Brandschutz garantieren zu können, wurde vorerst in jedem Reservoir nur eine Kammer geleert, gespült und mit frischem Trinkwasser gefüllt. Die gleiche Prozedur folgte danach auch für die zweite Kammer der Reservoire. Diese Arbeiten konnten am 8. Dezember 2011 beendet werden. Die unterbrechungsfreie Lieferung des Wassers für die Bevölkerung wie auch für die Spülvorgänge war auf Grund einer Notversorgung mit Trinkwasser, welches durch die Association d’eau du Bas-Vully (ABV) geliefert wird, und durch die Grundwasser-Pumpwerke La Bourille und Champ Raclé möglich.
Am 9. Dezember 2011 anlässlich eines Treffens zwischen der Direktion der IB-Murten und den Verantwortlichen des LSVW/KL wurden die gesamten Resultate der während der laufenden Woche erhobenen zahlreichen Probenahmen präsentiert. Einzig bei zwei Probenahmen, welche am Montagmorgen 5. Dezember 2011 entnommen wurden, war der Nitrit- und Ammoniumgehalt über dem Toleranzwert. Bei allen anderen Proben ergaben die Wasser normale chemische und bakteriologische Analyseresultate. Sie entsprachen den Anforderungen an ein Trinkwasser.
Seit dem 9. Dezember gilt unsere vollste Aufmerksamkeit der Seewasseraufbereitungsanlage. Es wurden verschiedene Funktionstests durchgeführt, die gesamten Filtrierungsetappen komplett gereinigt, das Wasserreservoir desinfiziert und komplett gespült. Ebenfalls wurde sämtlich Produkte, welche für die Wasseraufbereitung gebraucht werden, analysiert.
Die vorgenommenen Untersuchungen der IB-Murten, sowie die Analysen des LSVW/KL, weisen darauf hin, dass eine abnormal hohe Anzahl von organischen Stoffen im Seewasser enthalten war und zu dieser Wasserverfärbung geführt hat. Durch das milde Herbstwetter haben sich die Mikro-Algen stark vermehrt und so die Filter der Seewasseraufbereitung überlastet.
Um solche Vorkommnisse zu vermeiden wurden die Kontrollprozesse verstärkt indem Messgeräte eingesetzt werden, um den Trübungsgrad des Wassers zu messen. Diese Messungen werden jetzt ununterbrochen und an verschiedenen Orten der Aufbereitungskette vorgenommen. Ein Überschreiten des Toleranzwertes führt dazu, dass die Pumpen sofort angehalten werden und sich dadurch eine Situation, wie wir sie am 5. Dezember 2011 erlebt haben, nicht mehr wiederholen kann.
Durch die Trennung der Seewasseraufbereitungsanlage wurde während der ganzen Periode und bis zum 28. Dezember 2011 die Steuerung der Wasserversorgung und der Wasserstände der verschiedenen Wasserreservoirs manuell oder halbautomatisch durchgeführt. Am 28. Dezember 2011 wurde mit Einverständnis des LSVW/KL die Seewasseraufbereitungsanlage, welche für die Ursache der Verfärbung verantwortlich war, wieder in Betrieb genommen.
Die zusätzliche Chlorierung des Trinkwassers wird bis zum 3. Januar 2012 fortgesetzt. Ab diesem Datum wird die Chlorkonzentration abnehmen, um wieder das normale Niveau zu erreichen. Die untenstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Chlorgehaltes während der letzten Wochen.
|
Datum |
min. Wert mg/l |
max. Wert mg/l |
|
Normale Situation |
0.010 |
0.030 |
|
07.12.2011 |
0.037 |
0.120 |
|
11.12.2011 |
0.024 |
0.137 |
|
17.12.2011 |
0.035 |
0.081 |
|
22.12.2011 |
0.028 |
0.061 |
|
27.12.2011 |
0.039 |
0.079 |
Restchlorwerte gemessen im Trinkwassernetz
Kommunikation
Als erstes erhielten die sensiblen Verbraucherstätten per Telefon die Informationen. Die Informationsverbreitung wurde mit den betreffenden Gemeindeverwaltungen und dem LSVW/KL koordiniert. Eine generelle Mitteilung durch das Radio war nicht nötig, da die vorsorgliche Chlorierung des Wassers eine bakteriologische Gefährdung ausschloss. Ab Montag, 5. Dezember 2011, 14:00 Uhr, waren Informationen auf den Internetseiten der Gemeinde Murten und der IB-Murten verfügbar. Vergleichbare Informationen wurden allen Kunden und Medien mitgeteilt, welche IB-Murten oder die Gemeinde kontaktiert haben. Die gleichen Informationskanäle wurden am 5., 6., 7., 9. und 28. Dezember 2011 benutzt, um über den Verlauf der Situation zu orientieren.
Wir hoffen, dass Sie mit all unseren Informationen die nötigen Erklärungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis erhalten haben. Wir versichern Ihnen, dass die IB-Murten, die betroffenen Gemeinden und das LSVW/KL alles unternommen haben, um den Normalzustand so rasch als möglich wieder herzustellen.
IB-Murten dankt der Bevölkerung der Gemeinden Murten, Meyriez und Muntelier für Ihr Verständnis und entschuldigt sich für die verursachten Unannehmlichkeiten.
Freitag, 9.12.11:
Die bakteriologische Charakteristik des Wassers bleibt stabil und innerhalb der Toleranzwerte, die Spuren der gelben Verfärbung verschwinden. Die vier Reservoire wurden gereinigt, mit frischem Wasser aufgefüllt und haben wieder ihr normales Niveau erreicht. Die Spülung des Leitungsnetzes geht weiter und seit Donnerstagmittag wird bereits ein Teil des Netzes wieder automatisch gesteuert.
Das Wasser wird weiterhin chloriert und ein schwacher Geruch von Chlor kann wahrge-nommen werden.
Eine Analyse sowie eine Kontrolle der Installationen der Filterstation für die Seewasser-aufbereitung sind immer noch im Gange, um den Grund der unerwarteten Verfärbung zu ermitteln. Dieser Bereich bleibt im Moment vom Verteilnetz ausgeschlossen.
Heute Nachmittag findet eine Sitzung der Verantwortlichen der IB-Murten und des kantonalen Laboratorium statt, um gemeinsam die Ergebnisse dieser Woche zu analysieren.
IB-Murten möchte nochmals seine Entschuldigung für die aus dieser Situation entstandenen Unannehmlichkeiten aussprechen und versichert, dass alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch die Gemeindeverwaltung alles daran setzen, um wieder eine normale Situation herzustellen, sowie Massnahmen zu treffen, um auszuschliessen, dass sich ein solches Vorkommen wiederholt.
Mittwoch, 7.12.11:
Wir sind weiterhin daran, das Leitungsnetz zu spülen. In den Reservoiren Wilerholz, Prehl und Pierrabessy wurde je eine Kammer gereinigt und mit frischem Trinkwasser aufgefüllt. Gemäss dem kantonalen Laboratorium wurden in den Wasserproben keine Kolibakterien gefunden. Das Trinkwasser wird zurzeit aus den Pumpwerken Champ Raclé und La Bourille, sowie durch Lieferung von ABV eingespeist.
Wegen der Behandlung des Wassers kann es nach wie vor vorkommen, dass dieses vermehrt nach Chlor riecht.
Dienstag, 6.12.11:
Die Situation bleibt unter Kontrolle. Das Reservoir Prehl wurde gereinigt und ist wieder in Betrieb. Das Leitungsnetz konnte noch nicht komplett gespült werden und deshalb kann das Wasser noch eine schwache Verfärbung aufweisen. Wegen der Behandlung des Wassers mit Chlor kann in den nächsten Tagen ein erhöhter Chlorgeruch auftreten.
Montag, 5.12.11:
Heute Montagmorgen, 5. Dezember 2011, wurde eine Verfärbung des Trinkwassers im Verteilnetz der Gemeinden Murten, Merlach und Muntelier festgestellt.
Als vorsorgliche Sofortmassnahme wurde das Wasser chloriert, um das Risiko einer bakteriologischen Verunreinigung zu eliminieren. Zudem wurden Wasserproben in das kantonale Laboratorium Freiburg zur Analyse gebracht.
Gemäss dem kantonalen Laboratorium besteht durch die vorsorgliche Chlorierung keine Notwendigkeit, das Wasser vor der Konsumation abzukochen. Die Restchlormessung zeigte, dass nie eine bakteriologische Gefährdung bestanden hat. Es kann jedoch vermehrt nach Chlor riechen.
Der Ursprungsort, in welchem die Verfärbung auftrat, wurde vom Versorgungsnetz getrennt. Die betroffenen Leitungen und Reservoire werden entleert, gereinigt und mit frischem Trinkwasser aufgefüllt. Die Situation ist unter Kontrolle.
Wir bitten die Bevölkerung der Gemeinden Murten, Merlach und Muntelier um Verständnis für die Situation und die Industrielle Betriebe Murten entschuldigen sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.